In der Küstenstadt Léogâne, wo sich auch das Epizentrum des Bebens befand, wird in den kommenden Jahren die Schule entstehen. Schon seit dem Frühjahr 2010 haben hier die Kinder im von uns unterstützten Kinderzentrum Schutz und Zuflucht gefunden. Wir ermöglichen das Projekt mit einer jährlichen Förderung von 30.000 Euro – Gelder für den Bau der Schule, die Sicherstellung der Verpflegung und Betreuung, für Fortbildung von Lehrern und nicht zuletzt für Lehrmittel wie Bücher, Bastelmaterialien und vieles mehr. Schon 2010 ist das Projekt erfolgreich angelaufen. Unterricht und Hausaufgabenbetreuung der Kinder sind somit sichergestellt, die Pläne für den Schulneubau sind weit vorangeschritten.
Stand August 2011
Stand der Projektarbeit
Im Projekt in Leogane finden über den Sommer Aktivitäten statt. Anstatt von Nachhilfeunterricht, sind es vor allem künstlerische Aktivitäten, wie Makrame flechten, oder Tanzen und Singen, die die Kreativität und Traumabewältigung der Mädchen und Jungen fördern.
Choleraprävention
Nach dem starken Regen im Mai und Juni, wodurch die Cholerafälle wieder stark angestiegen sind, ist der heutige Trend, dass diese Zahl fällt.
In manchen Regionen Haitis gibt es jedoch noch Gegenden, in denen die Cholera verstärkt grassiert. Diese Gegenden sind meist schwer zuerreichen und dort greift die Epidemie weiterhin stark um sich. Ein weiteres Problem ist, dass die meisten Choleraschutzmaßnahmen nicht in generelle Gesundheitsdienste integriert sind und dass viele Organisationen kein Geld mehr haben, um Päventions- und Schutzmaßnahmen durchzuführen. In den Kindernothilfe-Projekten gab es auch in den letzten Monaten keine Cholerafälle. Die KNH Gesundheitsabteilung unternimmt jedoch weiterhin Hygiene- und Choleratrainings um möglichen Fällen vorzubeugen. Seit dem Ausbruch der Cholera hat die Gesundheitsabteilung:
- 2 Seminare abgehalten, in denen sie Lehrer und Eltern zu Choleraschutzmaßnahmen und zu Hygiene von Sanitäranlagen sensibilisiert haben.
- Insgesamt wurden 47 Sensibilisierungsworkshops in Kinderzentren und Schulen durchgeführt.
- 4.752 Hygienekits wurden verteilt
- 21.807 Broschüren in Komikform zu Choleraprävention wurden an die Kinder, Eltern und Lehrer verteilt.
- 6.000 Tütchen Elektrolyte wurden verteilt.
- 9 Wasserfilter wurden an Projekte in den Bergen gegeben.
- 86.000 Wasseraufbereitungstabletten wurden verteilt.
Insgesamt hat Kindernothilfe so 3.500 Kinder, 850 Eltern und 150 Lehrer erreicht.
Das Kindernothilfe-Büro hat einen Katastrophenvorsorge- und Notfallplan erarbeitet und wird Mitte September dazu ein Training mit allen Mitarbeitern abhalten.
Politische Situation / Wahlen
Nach wie vor gibt es keine neue Regierung. Auch der zweite vorgeschlagene Premierminister wurde abgelehnt. Kommunal- und Senatswahlen (1/3 der Senatoren) stehen für November an. Der Wahlrat hat angekündigt, an deren Vorbereitung zu arbeiten, gleichzeitig jedoch aus finanziellen Gründen einen großen Teil des Personals der kommunalen Wahlbüros entlassen müssen. Der Wahlrat ist auch durch Haftbefehle gegen einige Mitglieder und sonstige Abwesenheiten der Ratspersonen personell geschwächt. Bevor die Wahlen stattfinden können, müsste Präsident Michel Martelly per Dekret dazu aufrufen. Ob er das mit den belasteten Mitgliedern des Wahlrats und ohne Regierung derzeit tun wird, ist zweifelhaft. Zudem müssten die Wahlen finanziert werden.
Humanitäre Situation
Es leben weiterhin 634.000 Menschen in den Lagern. Das heißt, seit Januar 2011 ist die Lagerbevölkerung nur um sieben Prozent zurückgegangen (von 680 000). Seit Juli 2010 ist sie zu 59 Prozent zurückgegangen (von 1.5 Millionen). Die größten Lager befinden sich in Port-au-Prince,Carrefour und Delmas.




